Martina Büttner - Artiste Plasticienne - Titre
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Martina Büttner - Texte deutsch



Ein Gemälde von Martina Büttner lässt auf den ersten Blick eine scheinbar harmlose Szene sehen, mit einer Vorliebe für die Momente stimmigen Glücks: Erwachsene am Strand, Kinder beim Spielen ... Unnötig ist es, die Gesichter und Blicke auszuloten; Sie werden gar nichts von ihnen erfahren, weder von ihrer Geschichte noch von ihrer Seele. Der Hintergrund oder die Landschaften, kaum angedeutet, geben auch nicht mehr Aufschluss.

Was bleibt dann also zu sehen? Eben, man stockt dennoch auf dem Bild, was schnell ein Gefühl von Entzug provoziert; die Notwendigkeit zu wissen, aus welcher Sequenz dieses Standbild entnommen worden ist. Anders gesagt, was ist geschehen oder könnte geschehen sein, oder was wird geschehen oder könnte noch geschehen, in dem Zeitraum, der den wiedergegebenen Moment einrahmt?

Die Abwesenheit der Antwort bewirkt ein regelrechtes Unwohlsein, da Ihnen kein einziger Hinweis gegeben wird, um ihr auf die Spur zu kommen. Und so bleiben Ihnen nur Ihr Vorstellungsvermögen, Ihre Wahnvorstellungen und das Echo Ihrer Erfahrungen.

In einer kürzlich entstandenen Werkreihe stellt Martina Büttner Situationen von Stofftieren dar. Als seien diese im Laufe einer ungewissen Handlung gestoppt worden, tragen diese Tiere eine dermaßene Uninteressiertheit zur Schau, dass diese uns noch mehr verwirren. Und dieses ohne Zweifel, weil Martina Büttner sich in ihren Bildern nicht damit zufrieden gibt, das Vorher und Nachher einer Szene in Frage zu stellen, sondern die Vergangenheit und die Zukunft unseres gesamten Lebens, indem sie die Zeit der Kindheit und des Erwachsenen-Alters in unserem Geist auf verdrehte Weise ineinander schiebt. Diese Spirale ist es, die uns verwirrt und die uns unser Gleichgewicht verlieren lässt, mit Bildern, die uns nach jeder Begegnung verfolgen und zu denen niemals jemand den Schlüssel haben wird.

Jacques Maitrot, Oktober 2007

Philippe Poulain: "Die Freude am Übergang", März 1999; Raphaël Valensi "Vorwort", April 2000     
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Beate Vogt-Gladigau: "WIe im Kinderspiel zerlegt", Allgemeine Zeitung Mainz, 31 Mai 2001      
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Louis Porquet: "Aktuelle Kunst", Les affiches de Normandie, 17. Juli  2002     
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Irmi Herrmann: "In ihren Arbeiten steckt das Theater", Ostfriesischer Kurier, 8. August 2002     
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Juliane Lehmann: "Eine Malerin auf der Suche ...", Hamelner Anzeiger, 5. März 2003      
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Anna Franzke: "Spielende Erwachsene", Märkische Allgemeine, 17. Mai 2003      
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Bärbel Wendt "Ein Feuerwerk bildnerischen Schaffens bei Oswald", Potsdamer Anzeiger, November 2011        
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Martina Büttner: Offizieller Discurs zum Symposium "Ecology and homeland", Peking September 2010        
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